Hebamme in Berlin finden: So haben wir es geschafft

Am Anfang der Schwangerschaft dachten wir, das mit der Hebamme ergibt sich schon irgendwie. Dann haben wir angefangen, Leute anzuschreiben, und kriegten überall dieselbe Antwort: komplett ausgebucht. Das lag nicht an uns. Berlin hat einfach zu wenige Hebammen für die Menge an Babys, die hier geboren werden, und wer noch Kapazität hat, wird meistens über Kanäle gefunden, von denen die wenigsten frischgebackenen Eltern überhaupt wissen.

Warum es gerade so schwer ist

Berlin hat einen echten Hebammenmangel, vor allem bei der Nachsorge nach der Geburt (Wochenbettbetreuung). Eine Wochenbett-Hebamme kommt in den ersten Wochen nach der Geburt regelmäßig zu dir nach Hause, unterstützt dich bei der Rückbildung, hilft beim Stillen und schaut, wie sich dein Baby entwickelt. Multiplizier die hohe Nachfrage mit der Anzahl an Geburten in einer Stadt dieser Größe, und "tut mir leid, ich bin komplett voll" wird schnell zur Standardantwort.

Der größte Fehler: die ganze Stadt durchsuchen statt deinen Kiez

Was bei uns wirklich etwas verändert hat, war kein cleveres Verzeichnis. Am Anfang haben wir andere Mütter nach persönlichen Empfehlungen gefragt. Die haben uns auch bereitwillig Kontakte geschickt, nur hat uns fast jede einzelne Hebamme abgesagt, einfach weil wir in einem anderen Kiez wohnten.

Da hat's bei uns Klick gemacht: Die meisten freiberuflichen Hebammen decken nur einen kleinen Radius um ihren eigenen Wohnort ab und konzentrieren sich strikt auf ihre unmittelbare Nachbarschaft statt auf ganz Berlin. Jemand aus Friedrichshain nimmt keine Klientin in Spandau, oder auch nur ein paar Kieze weiter, selbst wenn sie eigentlich noch frei ist, weil sie für die regelmäßigen Nachsorgebesuche (Wochenbettbetreuung) zu dir nach Hause kommen muss.

Sobald uns das klar war, ergaben stadtweite Suchen und breit gestreute Empfehlungen als erster Schritt keinen Sinn mehr. Geh zuerst hyperlokal vor, und behandle stadtweite Tools nur als Backup.

Fang früher an, als es sich nötig anfühlt

Fang an zu suchen, sobald die Schwangerschaft bestätigt ist, nicht erst, wenn man dir den Bauch schon ansieht. Uns war überhaupt nicht klar, wie früh "früh" wirklich bedeutet, bis wir schon hinterherhingen. Wir haben unsere Hebamme erst im 5. Monat gefunden, nach hartnäckiger Suche. Ab dem vierten, fünften Monat sind viele Hebammen mit Wochenbettbetreuung in beliebten Vierteln für kommende Geburtstermine schon komplett ausgebucht. Jede Woche zählt.

Wo wir tatsächlich fündig geworden sind

Geh zuerst lokal vor:

Vorsorge, Geburt und Nachsorge sind separate Buchungen

Gut zu wissen, und zwar früh: Viele Hebammen decken nur bestimmte Teile deiner Betreuung ab:

Die Wochenbettbetreuung wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, die Verfügbarkeit ist also das eigentliche Problem, nicht die Kosten.

Was geholfen hat und was du als Nächstes tun kannst

Schreib mehrere Hebammen gleichzeitig an, statt auf eine Antwort zu warten, bevor du die nächste anschreibst. Steig in jeder Nachricht direkt mit den wichtigsten Infos ein: Geburtstermin, genauer Kiez und welche Leistung du brauchst. Führ eine Liste, wen du schon kontaktiert hast, es werden ständig Plätze frei, weil Termine storniert werden oder sich Geburtstermine verschieben.

Noch eine Option: lokale Mütter-WhatsApp-Gruppen

Sich direkt mit Müttern aus der eigenen Umgebung zu vernetzen, ist eine weitere gute Möglichkeit für Empfehlungen und aktuelle Hinweise:

Häufige Fragen

Warum ist es in Berlin so schwer, eine Hebamme zu finden?

In Berlin gibt es zu wenige freiberufliche Hebammen für die Nachsorge nach der Geburt. Die Nachfrage ist so hoch, dass viele Hebammen schon Monate im Voraus ausgebucht sind.

Wann sollte ich anfangen, eine Hebamme in Berlin zu suchen?

Am besten sofort, sobald die Schwangerschaft bestätigt ist. Nach dem ersten Trimester wird es deutlich schwerer, noch jemanden für die Nachsorge zuhause zu finden.

Was, wenn ich einfach keine Hebamme für die Nachsorge finde?

Bleib dran und frag immer wieder nach, denn es werden ständig Termine storniert. Für wichtige Untersuchungen nach der Geburt kannst du außerdem eine Hebammenambulanz in einer Klinik oder einem Familienzentrum in der Nähe nutzen.

Sobald deine Hebamme mit der Nachsorge anfängt, fragt sie nach Mahlzeiten, Windeln und Gewicht. Genau das sind die Dinge, bei denen du zu müde bist, um sie aus dem Kopf zu rekonstruieren. Baby Log Cloud protokolliert das automatisch mit, während du dranbleibst, und du kannst die komplette Historie als CSV exportieren, um sie direkt an deine Hebamme oder Kinderärztin weiterzugeben. Kostenlos, kein Account nötig, um loszulegen.

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